Wenn profilingvalues-Partner aus dem Nähkästchen plaudern (4)

Wir kennen sie alle, die verschiedenen Typen von Führungskraft. Die einen, die sich nicht zu intensiv mit den Charakteren und Eigenheiten ihrer Mitarbeiter beschäftigen wollen und ebenso die anderen, die nicht nur bereit sind, einen genaueren Blick aufs Gegenüber zu werfen, sondern auch etwas von sich preiszugeben, um das Miteinander zu stärken.

Zwei passende Anekdoten erzählt uns unsere Parterin der ersten Stunde, Christa-Marlen Meyer.

Christa-Marlen Mayer
CMM Personalberatung


Zu viele Informationen und zu viel Eifer!

Im Zuge der Akquise kontaktierte ich vor Jahren in einem Familienunternehmen mit ca. 3.500 Ma. den dortigen Personalleiter. Ich hatte Infobriefe über profilingvalues verschickt.

Der Personalleiter meldete sich telefonisch bei mir und wollte das Verfahren kennenlernen. Er ließ es seine Stellvertreterin sehr zügig durchführen und ich merkte deutlich, dass er sich selbst zu diesem Schritt nicht traute.

Bei der telefonischen Interpretation war die Dame sehr zufrieden mit den Resultaten und fühlte sich gut in dem Report abgebildet. Bei einem anschließenden Besuch vor Ort erklärte ich nun dem Personalleiter anhand dieses Profils das Instrument. Er war überrascht, welche Informationen ans Licht kamen.

Trotzdem fuhr ich ohne Entscheidung - oder gar Auftrag - wieder nach Hause. Der Personlalleiter wollte sich alles durch den Kopf gehen lassen. Ca. 4 Wochen später lud er mich zu einem zweiten Gespräch ein.

Ich war wirklich enorm vorbereitet, hatte wohl auf jede Frage eine ausführliche Erklärung parat und schüttete nun mein gesamtes Wissen über ihn aus … mit dem Ergebnis, dass er mir ziemlich „erschlagen” sagte, soviel wolle er über seine Mitarbeiter gar nicht wissen, das sei ihm alles viel zu viel und er wisse gar nicht, was er mit all diesen Informationen anfangen solle!

Auftrag perdue - dafür aber viel gelernt!


Sich seiner Stärken wieder bewusst werden!

Dieses Unternehmen mit ca. 1.100 Ma. zählte ich seit geraumer Zeit zu meinen Kunden. Vom Vorstandsvorsitzenden - einer sehr illustren und eigenwilligen Persönlichkeit - bis zum Mitarbeiter hatten schon viele in dem Unternehmen profilingvalues durchgeführt.

Der Leiter Finanzen, ein langjähriger Mitarbeiter Anfang 40, hatte große persönliche und dadurch auch fachliche Probleme mit seinem Vorgesetzten, eben diesem Vorstandsvorsitzenden. Beide Herren sprachen und diskutierten aneinander vorbei, und der Leiter Finanzen verließ seinen Chef nach jedem Meeting mit dem Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.

Mit profilingvalues kamen wir den Ursachen auf den Grund. Er erkannte, warum er sich gegen seinen Chef nicht durchsetzen konnte. Und da ich auch das Profiling des Vorgesetzten („in Maßen”) einsetzen durfte, waren sehr klar die Spannungsfelder zwischen beiden Herren auszumachen.

Dem Leiter Finanzen gingen nicht nur „viele Lichter” auf, er fand auch zu seinem Selbstvertrauen und seinen Stärken zurück, fasste den Mut zu kündigen und sich neu zu orientieren. Er wurde der Bereichsleiter Controlling für ein Unternehmen mit mehr als hundert angeschlossenen Filial-Centern.

Zu Weihnachten schickte er mir eine Karte, in der er sich für das Interpretations-Telefonat bedankte und mir versicherte, dieses Gespräch sei für ihn das wichtigste des Jahres gewesen.

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