Was nutzt Wertediagnostik? profilingvalues einfach erklärt
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Leon Pomeroy hat es auf den Punkt gebracht:
Wir haben keine Werte – wir sind unsere Werte!
Wieso das? Jeder Mensch hat doch seine eigenen Werte. Die Frage ist nur, ob er sich ihrer bewusst ist.
Von klein auf werten wir täglich hundertfach. Wir bewerten Situationen und entscheiden uns für etwas. Diese Entscheidungen prägen wiederum unsere künftigen Bewertungen. Im Moment bist du also das „Ergebnis“ all deiner Bewertungen aus deinem bisherigen Leben.
Ein einzigartiger Fingerabdruck. Wäre es nicht äußerst nützlich, diesen wertemäßigen Fingerabdruck vermessen und beschreiben zu können? Dann wüsstest du, wo ein Mensch gut eingesetzt ist, welche Fähigkeiten und Neigungen er hat, welche Entwicklung er anstrebt und mit wem er gut zusammenarbeitet. Genau dafür gibt es Wertediagnostik.
Werten ist ein Vorgang, der sich abbilden lässt
Miteinander spielen, allein Fahrrad fahren oder aus Bauklötzen ein Haus bauen: Fragst du ein Kind, in welcher Reihenfolge es diese Möglichkeiten wählen würde, bekommst du eine individuelle Wertung. Sie ist überschaubar und vielleicht nicht stabil über die Zeit, aber das Kind hat seine Präferenz geäußert.
Und wenn du Erwachsene bittest, Folgendes in eine Reihenfolge zu bringen: einen Menschen emotional kennenlernen, mit ihm etwas gemeinsam erreichen oder ihn anhand bestimmter Kriterien beurteilen? Lässt sich daraus nicht etwas ableiten?
Nimm das Auto: Der eine liebt es, der andere nutzt es schlicht als Fortbewegungsmittel, und alle gemeinsam bilden nach einem großen Fußballsieg einen Autokorso. Dasselbe Auto wird also aus unterschiedlichen Blickwinkeln gewertet: menschlich, praktisch und grundsätzlich.
Auch Systeme und Grundsätzliches lassen sich unterschiedlich betrachten. Man kann eine Wissenschaft lieben, Technik nutzen oder Methoden methodisch verbessern. So lassen sich die möglichen Wertungen eines Menschen ordnen, und es entstehen sogenannte Werteperspektiven.
Natürlich gibt es auch die Kehrseite: Streit, Spielsachen wegnehmen, petzen. In der Arbeitswelt sind es eher Feindseligkeit, sinnlose Aufgaben oder absurde Regelungen. Hier befinden wir uns im Bereich der negativen Werteperspektiven.
Insgesamt gibt es 18 Werteperspektiven
- Mensch: dreifach bewertet (menschlich, praktisch, grundsätzlich), jeweils positiv und negativ = 6 Werteperspektiven
- Sache: ebenso dreifach bewertet, positiv und negativ = 6 Werteperspektiven
- Grundsätzliches: ebenso dreifach bewertet, positiv und negativ = 6 Werteperspektiven
Was ist wertvoller: der Mensch, die Sache oder der Grundsatz?
Das humanistische Menschenbild, das in Europa entstanden ist und sich auch im deutschen Grundgesetz wiederfindet, legt genau diese Reihenfolge fest. Mit mathematischer Logik lassen sich die 18 Werteperspektiven so in eine eindeutige Reihenfolge bringen: eine logisch-mathematische Grundstellung der Werte.
Belegt man nun alle 18 Werteperspektiven mit sprachlichen Stellvertretern und lässt Menschen diese Begriffe und Aussagen von gut nach schlecht ordnen, entsteht ein individuelles Werteprofil. Dieses Profil lässt sich mit der logisch-mathematischen Grundstellung vergleichen. Übereinstimmungen und Abweichungen werden sichtbar, und ein Algorithmus leitet daraus Fähigkeiten und Neigungen ab.
Weißt du, wie viele Möglichkeiten es gibt, 18 Aussagen in eine Rangreihe zu bringen? 18 Fakultät, also 18 × 17 × 16 × … × 2. Das ergibt eine sechzehnstellige Zahl: rund 6,4 Billiarden. Genug, um einen einzigartigen Fingerabdruck abzubilden. So funktioniert Wertediagnostik.
Die Grundstruktur: drei Wertedimensionen und zwei Werteräume
Wenn du einen anderen Menschen spürst, fühlst und erlebst, wertest du ihn menschlich. Wenn du ihn wahrnimmst und beobachtest, was er tut, setzt du die praktische „Wertebrille“ auf. Und wenn du ihn einschätzt, beurteilst oder etwas für ihn regelst, wertest du ihn durch die grundsätzliche „Wertelinse“. Erfasst du einen Menschen in allen drei Perspektiven gut, erkennst du seine Gefühle und Interessen. Du bist empathisch. Das ist die menschliche Wertedimension.
Bei einer Sache, etwa einem Kunstwerk, ist es ähnlich: Die menschliche Brille zeigt dir seine Ästhetik. Verkaufst du es, erzielst du praktischen Wert. Und überlegst du, wie es sich in eine ganze Ausstellung einfügt, siehst du es grundsätzlich, auf einer höheren Abstraktionsebene. Wer eine Sache so aus allen Blickwinkeln erfasst, denkt praktisch. Das ist die praktische Wertedimension.
Eine Wissenschaft wie die Mathematik liebt ein Mathematik-Genie vielleicht, ein Händler nutzt sie, und Forschende an der Universität entwickeln sie grundsätzlich weiter. Hier bewegen wir uns in der grundsätzlichen Wertedimension. Wertediagnostik misst also auch die Fähigkeit und Neigung, strukturiert zu denken.
Diese drei Wertedimensionen gibt es nicht nur im Außen (Empathie, praktisches und strukturiertes Denken), sondern auch in uns selbst. Wer bin ich als Mensch? Was bin ich in meinen Rollen, etwa im Beruf? Und wofür bin ich gemeint, was ist mein Lebensplan? Im Inneren geht es also um Selbstachtung, Rollenbewusstsein und Selbstausrichtung.
Die Welt um uns herum und unser eigenes Selbst bilden die zwei Werteräume. In beiden wirken jeweils die drei Wertedimensionen. So entsteht eine Matrix mit sechs Feldern, die Aufschluss über die wesentlichen Fähigkeiten eines Menschen gibt. Wertediagnostik verdichtet die Komplexität unserer unzähligen Wertungen auf gut handhabbare Eigenschaften.

Gerade im Berufsalltag ist es wichtig zu wissen, wie empathisch, praktisch oder strategisch jemand veranlagt ist. Und wie gut sein Selbstwertgefühl ist, wie sehr er sich mit seiner Rolle identifiziert und welche Entwicklung er im Leben nehmen will.
Fähigkeiten und Aufmerksamkeiten im Zusammenspiel
Du kannst eine starke Fähigkeit in dir tragen, zum Beispiel ein sehr hohes Einfühlungsvermögen. Erst die Messung der momentanen Aufmerksamkeit, die du auf diese Fähigkeit richtest, zeigt aber, wie groß deine Einfühlungsbereitschaft gerade ist. Du kannst ein Talent vernachlässigen, es stark betonen oder es flexibel nutzen, mal mehr, mal weniger.
Die sechs Grundskalen der Wertediagnostik messen deshalb jeweils zwei Dinge: die Fähigkeit und die Aufmerksamkeit, die auf ihr liegt. So entstehen zwölf Werte, die zusammen ein Gleichgewichtssystem bilden, in dem sich die persönlichen Werte eines Menschen ausdrücken. Die Fähigkeiten sind die Basis. Die Aufmerksamkeiten geben dem Bild seine Tiefenschärfe und zeigen, wie jemand tatsächlich gerade unterwegs ist. Und auch an ihnen lässt sich arbeiten.
Der Nutzen in Personalentwicklung, Recruiting und Teamentwicklung
Niemand läuft auf 100 Prozent seiner Potenziale. Jeder hat Luft nach oben. profilingvalues misst die sechs Grundskalen und zahlreiche weitere Werte und spiegelt Menschen so ihre Fähigkeiten, Aufmerksamkeiten und Potenziale. Daraus lassen sich Entwicklungsimpulse und konkrete Maßnahmen ableiten. Du schaust gewissermaßen in einen Entwicklungsspiegel.
Für das Recruiting gibt es das Positionsanalyse-Tool (PAT). Es legt für jeden der zwölf Werte einen Sollwert für die jeweilige Stelle fest. So erkennst du passgenau, welche Stärken für eine Rolle vorhanden sind und wo Entwicklungsfelder liegen. Personalentscheidungen sollten niemals nur aus dem Bauch heraus fallen. Wertediagnostik liefert eine präzise Skizze von Eignung und Risikofeldern.
Eine Beziehung kann einschlafen, wenn beide exakt die gleichen Werte haben. Umgekehrt zerbrechen Beziehungen oft, wenn nach der ersten Begeisterung klar wird, dass die Werte völlig auseinanderliegen. Funktionierende Teams brauchen sich ergänzende Fähigkeiten und zugleich Grundwerte, die alle gemeinsam tragen. Mit profilingvalues lassen sich einzelne Werteprofile nebeneinanderlegen oder zusammenfassen, um ein ganzes Team zu analysieren. Das unterstützt Teambesetzung und Teamentwicklung.
Stell dir vor: Du bist in der Rolle unterwegs, die wirklich zu dir passt. Dein Arbeitgeber investiert in dich, damit du deine Potenziale erkennst und entfaltest. Und du arbeitest mit Menschen, die dich sachlich ergänzen und mit dir an einem Strang ziehen. Wie fühlt sich das an? Und wie anfällig wärst du für das nächstbeste Angebot eines Headhunters? Vermutlich wenig. Wertediagnostik stärkt also auch die Bindung an das Unternehmen.